Frauenzeitschriften
Deutschlands größte Frauenzeitschriften und was jede gut kann
Vogue, Elle, Harper's Bazaar und Madame verkaufen zusammen 263.870 Hefte pro Ausgabe. Bild der Frau verkauft allein 290.559, und zwar jede Woche.
Redaktion abo-angebot.de · 4. November 2026



Wer an Frauenzeitschriften denkt, sieht meist ein Hochglanzcover vor sich. Der Markt sieht anders aus. Seine großen Zahlen gehören Heften, die wenig kosten und jede Woche neu im Laden liegen. Das sagt nichts über ihren Wert und viel darüber, was Menschen tatsächlich kaufen. Also erst die Rangliste, dann das Vergnügen: was an den einzelnen Heftarten Freude machen kann.
Die Preise haben wir am 3. November 2026 abgelesen, sie zeigen, was an diesem Tag galt. Auflagen sind, wenn nichts anderes dabeisteht, die verkaufte Auflage pro Ausgabe laut IVW, 3. Quartal 2026.
Die größten Frauenzeitschriften nach Auflage
| Titel | Rhythmus (IVW) | Verkaufte Auflage |
|---|---|---|
| wöchentlich | 300.155 | |
| wöchentlich | 290.559 | |
| wöchentlich | 236.720 | |
| 14-täglich | 215.316 | |
| wöchentlich | 182.397 | |
| wöchentlich | 171.742 | |
| wöchentlich | 154.884 | |
| wöchentlich | 149.083 | |
| monatlich | 148.611 | |
| 14-täglich | 148.442 | |
| 14-täglich | 137.209 | |
| wöchentlich | 110.791 | |
| monatlich | 93.435 |
Farbiger Balken: wöchentlicher Titel.
Zwei Dinge fehlen hier mit Absicht. Kombinationen wie „Freizeit Revue Plus“ oder „TINA Plus“ bündeln mehrere Hefte und zählen nicht. Außerdem führt die IVW bei den monatlichen Frauenzeitschriften neun Titel, die mehr verkaufen als Elle und dabei kein einziges Abonnement melden, darunter Revue der Woche (135.893) und Freizeit Total (123.820). Sie erscheinen im Abstand von einem bis zwei Monaten und stehen nicht in unserem Vergleich. Die verkaufte Auflage umfasst übrigens Abo, Einzelverkauf, Lesezirkel, Bordexemplare und sonstigen Verkauf, ePaper eingeschlossen. Sie sagt also nicht, wie viele Menschen ein Heft am Regal bezahlt haben.
Warum die Glossies nicht vorn liegen
Die Erklärung hat drei Teile: Preis, Takt und Vertriebsweg.
Der Normalpreis von Bild der Frau liegt bei 2,40 €, der von Vogue bei 10,55 €. Dazu kommt der Takt: 52 Hefte im Jahr gegen 10. Hochgerechnet stehen rund 15,1 Millionen Exemplare Bild der Frau etwa 0,55 Millionen Vogue gegenüber, ein Faktor von gut 27. Das ist vereinfacht, weil die IVW einen Schnitt je Ausgabe meldet, aber die Größenordnung stimmt.
Eine Nebenwirkung dieser Rechnung übersieht man leicht: Wer jedes Heft zum Normalpreis kauft, gibt für ein Jahr Bild der Frau 124,80 € aus und für ein Jahr Vogue 105,50 €.
Das billige Heft ist übers Jahr das teurere.
Der dritte Teil ist für einen Abo-Vergleich der eigentliche Fund.
Von den 290.559 Heften der Bild der Frau gehen 210.025 über den Einzelverkauf (gelieferte minus zurückgekommene Hefte, eigene Rechnung), nur 19,4 Prozent sind Abos. Bei Laura sind es 6,7 Prozent.
Bei Vogue liegt der Abo-Anteil bei 53,9 Prozent, bei Harper's Bazaar bei 62,2.
Die Massenhefte verkaufen sich im Laden, die teuren im Abo.
Groß heißt allerdings nicht stabil. Ende 1998 meldete Bild der Frau noch 1.765.499 Hefte. Laura fiel im selben Zeitraum von 656.665 auf 46.433, Elle und Vogue haben sich nur etwa halbiert. Die wöchentlichen Frauenzeitschriften zusammen verloren binnen eines Jahres 13,4 Prozent.
Die Wochenhefte: ein Ritual mit Nutzwert
Für Freizeit Revue, Neue Post und ihre Verwandten gibt es ein altes, leicht spöttisches Wort: Regenbogenpresse, nach der bunten Kopfleiste, zeitweise auch Soraya-Presse, nach der persischen Kaiserin. Im Verlagsjargon heißen sie sachlicher „unterhaltende Frauenzeitschriften“. In unserem Vergleich stehen Freizeit Revue, Neue Post, Freizeitwoche, Das Neue Blatt und Die Aktuelle unter Promis & Unterhaltung. Die Neue Post begann 1948 als „Die neue Landpost“ und verkauft heute 202.472 von 236.720 Heften einzeln. Solche Hefte müssen jede Woche neu überzeugen. Diesen Druck kennt ein Magazin mit vielen Abonnenten so nicht.

Bild der Frau
Bild der Frau startete 1983 bei Axel Springer und erscheint seit 2014 bei Funke. Zwei Rubriken heißen „Verbraucher aktuell“ und „Das schmeckt mir heute“, was den Charakter gut trifft: Das Heft will im Alltag brauchbar sein. Das Durchschnittsalter der Leserschaft liegt laut Vermarkter bei 61 Jahren. Jeden Freitag gibt es also eine Ration aus Service und Unterhaltung. Mode als Ereignis liefern eher die Monatstitel.
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tina
Die tina erscheint seit 1975 und versteht sich als Pionierin ihres Segments. Ihr Vermarkter nennt sie „Real-Life-Expertin für Frauen 40+“ und verspricht Ermutigung, Ideen zum Selbermachen und psychologisch fundierten Rat, neben Mode, Gesundheit und Reisen. Das klingt nach einem Heft, das eher begleiten als beeindrucken will. Die Ableger Tina Garten und Tina Kreativ zeigen, wofür sich die Marke zuständig fühlt. Angesprochen sind ausdrücklich Frauen ab 40, Jüngere sind schlicht nicht gemeint.
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Frau im Spiegel
Frau im Spiegel gehört zu den Gründerinnen der Gattung: 1946 in Lübeck gestartet, seit Juni 2025 bei Klambt. Von September 2006 bis Januar 2007 hieß ein Teil der Hefte „Look“, um Jüngere zu gewinnen. Die Episode blieb kurz. Heute stehen Geschichten über Stars und Interviews neben Mode, Rezepten und Reisetipps, das Durchschnittsalter liegt bei 63 Jahren. Wer gern erfährt, wie es Menschen aus Fernsehen und Gesellschaft geht, bekommt das jeden Mittwoch. Das Abo kann sich hier deutlich rechnen: Bei abomix kostet das Jahr mit 52 Heften 176,80 €, mit dem Code MIX20 zahlen Sie zunächst 141,44 €. Die 80 € Geldprämie kommen später, danach bleiben 1,18 € pro Heft.
Alle Abos von Frau im Spiegel vergleichen →Drei kleinere Titel aus demselben Umfeld haben eigene Geschichten. Die Bella erscheint seit 1978 und mischt Beratung mit Reportagen, Kurzgeschichten und Rätseln. Die Laura kam 1996 dazu und zielt auf „junge, moderne und aktive Frauen unter vierzig Jahren“. Die Lisa schaffte es im Dezember 2023 in die Medienberichte, weil der Presserat ihr Extraheft Lisa Kochen & Backen wegen nicht gekennzeichneter KI-Bilder rügte. Die Rezepte kamen ebenfalls aus der Software, blieben aber unbeanstandet, weil für Text keine Kennzeichnungspflicht galt.
Die Vierzehntäglichen: wo das Abo wichtig wird
Mit dem Zweiwochentakt kippt der Vertrieb. Bei der Brigitte sind 56,6 Prozent der verkauften Hefte Abos, bei der Für Sie 49,3 Prozent. Das sind andere Verhältnisse als bei den Wochentiteln.

Brigitte
Keine Marke in dieser Tabelle reicht so weit zurück. Die Brigitte geht auf „Dies Blatt gehört der Hausfrau!“ von 1886 zurück, und sie hat diese Hausfrau gründlich hinter sich gelassen: Vor der Bundestagswahl 1976 rief sie ihre Leserschaft auf, per Postkarte von den Parteichefs mehr Kandidatinnen zu verlangen. Von 2010 bis 2012 verzichtete sie auf Berufsmodels, was viel Beifall fand und Kritiker von PR sprechen ließ. Seit 2025 gehört sie zu Funke. Ihr Vermarkter nennt sie „kein Trendmedium“ und verspricht echte Inhalte. Für viele Lebensfragen zugleich ist das der erste Griff, für reine Modeinspiration geben die Monatlichen mehr her.
Zur Zahl gehört eine Einschränkung. Laut MEEDIA sprangen die ePaper-Abos zum ersten Quartal 2026 binnen eines Jahres von 3.128 auf 51.286, was die Meldung selbst „seltsam“ nannte. Eine Erklärung des Verlags ist uns nicht bekannt. Heute sind 62.970 der 215.316 Exemplare ePaper, ein Teil der Abos landet also nicht als Heft im Briefkasten.
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FÜR SIE
Die Für Sie erscheint seit 1957 und wird seit Juni 2022 von Tim Affeld geleitet, einem Mann an der Spitze eines Hefts mit diesem Namen. Einen Vorgriff gab es 2007, als Heft 25 als Wendeheft mit 40 Seiten „Für Ihn“ erschien. Der Vermarkter beschreibt den Ton als warmherzig und persönlich, Jobthemen stehen neben Mode, Essen und Reisen. Auffällig ist der Vertrieb: Abos und Lesezirkel tragen zusammen fast drei Viertel des Verkaufs. Dieses Heft begegnet einem eher in der Lesemappe oder im Briefkasten als im Regal.
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freundin
Die Freundin begann am 5. Juni 1948 als „Ihre Freundin“, kam 1960 zu Burda und heißt erst seit 1967 so. Ihre beste Anekdote stammt von 2011: Zur Frauenfußball-WM legte das Fußballmagazin 11 Freunde ein Sonderheft namens „11 Freundinnen“ bei. Burda ließ das zunächst laufen, zog aber vor das Landgericht München, als sich die Berliner den Namen als Marke sichern wollten. Beendet wurde der Streit ausgerechnet mit einem „freundlichen Agreement“. 2013 warb die Marke mit dem Spruch „Für uns ist alles drin“, von Mode und Beauty über Partnerschaft und Psychologie bis zum Job. Ihr Vermarkter nennt heute Mode, Pflege, gutes Essen und ein Zuhause, das sich nach einem selbst anfühlt, dazu den Anspruch zu zeigen, dass man nicht allein ist. Nach dieser Beschreibung passt sie zu allen, die viele Themen in einem Heft schätzen. Wer vor allem ein Thema sucht, etwa Mode, wird bei den Monatstiteln eher fündig.
Die Leserschaft ist laut Vermarkter breit gestreut, im Schnitt 49,5 Jahre alt. Zugleich ist die Freundin die größte Verliererin unter den vierzehntäglichen Titeln der Tabelle: von 191.345 Heften vor einem Jahr auf 148.442.
Alle Abos von freundin vergleichen →Die Monatlichen: wenig Auflage, viel Bühne
Hier liegen die Hefte, an die viele zuerst denken. Sie verkaufen weniger und prägen trotzdem das Bild der ganzen Gattung.

InStyle
InStyle ist das auflagenstärkste Modeheft im Monatstakt und hat eine junge Leserschaft: 65,9 Prozent sind 14 bis 39 Jahre alt, 14,3 Prozent sogar erst 14 bis 19. Das Heft setzt auf neue Trends und Einkaufstipps. Das macht es zu einem zugänglichen Einstieg und zu einer schwachen Wahl für alle, die von einem Modeheft mehr als Kaufhilfe erwarten. Die US-Printausgabe endete im Februar 2022, die deutsche blieb, allerdings weit unter ihren 454.773 Heften von Ende 2009. Bei Lorenz Leserservice kostet das Jahr 63,60 € für 12 Hefte. Die 40 € Geldprämie kommen später, danach sind es 1,97 € pro Heft.
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ELLE
Die deutsche Elle begann im Oktober 1988 mit einem Einfall, um den man sie noch heute beneiden kann: Gloria von Thurn und Taxis öffnete ihren Kleiderschrank. Das Durchschnittsalter liegt bei etwa 43 Jahren, und die Marke nennt Stil eher eine Haltung als eine Frage der Kleidung. Anders als die meisten Titel hier liegt sie über dem Vorjahr (89.730 Hefte). Viel geben würden wir darauf nicht, denn der Einzelverkauf schwankt stark: 25.149 Hefte im Vorquartal, jetzt 41.113. Überraschend ist das Abo: Bei Das Beste Abo kostet das Jahr 109,80 €, mit dem Code HERBST26 und Bankeinzug zahlen Sie zunächst 93,82 €. Später folgt ein Best-Choice-Gutschein über 90 €, rechnerisch bleiben 0,32 € pro Heft. Ein Gutschein ist kein Bargeld, das sollten Sie mitdenken.
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Vogue
Die deutsche Vogue hat die kurioseste Biografie der Liste: April 1928 bis Oktober 1929, dann 50 Jahre nichts, seit August 1979 aus München. Zum 30. Jubiläum erschienen 2009 drei Hefte mit zusammen 2.196 Seiten, Karl Lagerfeld, Bruce Weber und Peter Lindbergh wirkten als Co-Chefredakteure. Mit 55.450 Heften ist sie klein, und die Zahl schwankt stark: Im Quartal zuvor waren es 71.663. Verlässlicher wirken die 29.876 Abonnements. Zum Inhalt haben wir nur eine ältere Quelle: HORIZONT nannte 2013 die Modestrecken den Höhepunkt und hob die großen Interviews mit Leuten aus Mode, Kunst und Kultur hervor. Die Vogue ist ein Heft, das man sich leistet. Wer vor allem wissen möchte, was diese Saison tragbar ist, zahlt hier auch für die Bühne.
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Cosmopolitan
Die Cosmopolitan zeigt, wie wenig eine einzelne Auflagenzahl erzählt. Von ihren 73.457 Heften gehen 34.767 in den Lesezirkel, fast die Hälfte. Im Vorquartal standen noch 110.390 in der Statistik, der Unterschied liegt vor allem im sonstigen Verkauf. Für einen Trend taugt das kaum. Wer sie aus der Lesemappe kennt und zu Hause haben möchte: Sie erscheint seit 2023 zehnmal im Jahr.
Alle Abos von Cosmopolitan vergleichen →Zwei Nebenfiguren noch: Die Madame verkauft nur 9.829 ihrer 65.372 Hefte einzeln, hat dafür aber die schönste Vorgeschichte. Laut Wikipedia begann sie 1950 als „Figaro“, Untertitel „Zeitschrift der gepflegten Frau“, und wurde nach einem Rechtsstreit mit der französischen Zeitung Le Figaro 1952 zu Madame. 1961 berichtete Time über den nach dem Heft benannten Madame Club in der Münchner Brienner Straße: Beitrag 7,50 Dollar, und als Lockmittel gab es für die Gäste Preise, zuletzt ein Pferd und einen weißen Fiat.
Und die Glamour, Ende 2009 noch bei 521.836 Heften, sollte nach Plänen von Condé Nast auslaufen, bevor Beautiful Minds Media sie im Juli 2026 in Lizenz übernahm. Angekündigt sind vier Ausgaben im Jahr, und das Heft lebt: Der Händler presseplus führt die Ausgabe 3/2026 mit Lili Reinhart als aktuell, die nächste steht dort und bei abo-direkt für den 5. Dezember im Kalender.
Wie möchten Sie lesen?
Ein festes Wochenritual spricht für die Wochentitel, und im Abo lässt sich mit Code und Prämie viel sparen, weil sich 52 Einzelkäufe summieren. Wer nur gelegentlich zum Heft greift, bleibt besser beim Einzelkauf: 52 ungelesene Hefte sind kein Sparmodell, und der Einzelverkauf ist bei diesen Titeln ohnehin der Normalfall.
Lebensthemen und viel Breite: Brigitte, Für Sie oder Freundin. Mode als Einkaufshilfe: InStyle. Mode als Haltung oder Bild: Elle oder Vogue, und gerade dort lohnt der Blick aufs Abo, weil der Normalpreis hoch ist.
Unsicher, welche Sorte es sein soll? Dann ist ein kurzes Abo über drei Monate der ehrlichere Anfang als ein ganzes Jahr. Bedenken Sie in jedem Fall: Abos laufen oft weiter, wenn Sie nicht kündigen, und die Prämie kommt erst nach der Zahlung. Die Alternative sind Abos, die von selbst enden.
Die Rangliste oben sagt, was die meisten kaufen. Für Ihren Lesesessel beweist sie nichts.
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